Cannabidiol (CBD), ein nicht-toxischer Bestandteil der Cannabispflanze, hat in den letzten Jahren bei Wissenschaftlern und Ärzten großes Interesse hervorgerufen – doch wie das CBD seine therapeutische Wirkung auf molekularer Ebene ausübt, ist noch nicht geklärt. Cannabidiol ist insofern eine pleiotrope Droge, als sie über mehrere molekulare Wege viele Wirkungen hervorruft. In der wissenschaftlichen Literatur wurden mehr als 65 molekulare Ziele der CBD identifiziert.

Obwohl CBD eine geringe Bindungsaffinität für einen der beiden Cannabinoidrezeptoren (CB1 und CB2) aufweist, moduliert Cannabidiol mehrere Nicht-Cannabinoidrezeptoren und Ionenkanäle. CBD wirkt auch über verschiedene rezeptorunabhängige Wege, beispielsweise durch die Verzögerung der “Wiederaufnahme” endogener Neurotransmitter (wie Anandamid und Adenosin) und durch die Verstärkung oder Hemmung der Bindungswirkung bestimmter G-Protein-gekoppelter Rezeptoren.

Hier sind einige der Möglichkeiten, wie die CBD ihre vielfältigen therapeutischen Wirkungen verleiht.

SEROTONIN-REZEPTOREN

Jose Alexandre Crippa und seine Kollegen von der Universität San Paulo in Brasilien und dem King’s College in London haben bahnbrechende Forschungen über die CBD und die neuronalen Korrelate der Angst durchgeführt. Bei hohen Konzentrationen aktiviert CBD direkt den 5-HT1A (Hydroxytryptamin)-Serotoninrezeptor und verleiht dadurch einen Anti-Angst-Effekt. Dieser G-gekoppelte Proteinrezeptor ist an einer Reihe von biologischen und neurologischen Prozessen beteiligt, darunter (aber nicht nur) Angst, Sucht, Appetit, Schlaf, Schmerzwahrnehmung, Übelkeit und Erbrechen.

VANILLOID-REZEPTOREN

CBD interagiert direkt mit verschiedenen Ionenkanälen, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen. 

PPAR-Rezeptor CBD

Die PPAR-gamma-Aktivierung baut die Amyloid-beta-Plaque ab, ein Schlüsselmolekül, das mit der Entwicklung der Alzheimer-Krankheit in Verbindung steht. 

PPAR-Rezeptoren regulieren auch Gene, die an der Energiehomöostase, der Lipidaufnahme, der Insulinsensitivität und anderen Stoffwechselfunktionen beteiligt sind. Diabetiker könnten demnach von einem CBD-reichen Behandlungsschema profitieren.

CBD ALS WIEDERAUFNAHME-HEMMER

Zuerst muss es die Zellmembran durchqueren, indem es mit einem Fettsäure-bindenden Protein (FABP), das verschiedene Lipidmoleküle in das Zellinnere begleitet, mitgenommen wird. Diese intrazellulären Transportmoleküle eskortieren auch Tetrahydrocannabinol (THC) und die hirneigenen marihuanaähnlichen Moleküle, die Endocannabinoide Anandamid und 2AG, durch die Membran zu mehreren Zielen innerhalb der Zelle.

Es stellt sich heraus, dass Cannabidiol eine starke Affinität zu drei Arten von FABPs hat, und CBD konkurriert mit unseren Endocannabinoiden, die Fettsäuren sind, um die gleichen Transportmoleküle.